Geoffrey Hodson:

Das Reich der Bienen*

aus dem Englischen übersetzt von hh

Für sämtliche Bienen dieses Planeten scheint eine übergeordnete Seele zu existieren, ein zentrales Bienenbewusstsein, das man sich vielleicht als Bienenaspekt der monadischen Lebenswelle (1) vorstellen kann. Dieses Bienenbewusstsein ist seiner Natur nach dem Devareich zugehörig. Will man das in das Formenhafte übersetzen, so ließe sich dieses Bewusstsein als einen Bienen-Deva beschreiben, in dem sich das gesamte Bienenbewusstsein vereinigt und in dem die sämtliche Bienenkörper beseelende Lebenskraft angesiedelt ist.

Alle „echten“ Bienen (Honigbienen) auf der ganzen Welt sind Ausdruck dieses einen Bienenbewusstseins.  Die Anwesenheit dieses Bienenbewusstseins scheint in gewisser Weise für das Leben auf unserem Planeten wesentlich zu sein – genauso wie die Bienen selbst für die Lebensgestaltung, insbesondere im Pflanzenreich.

Es entsteht der Eindruck einer außerordentlich erhabenen Intelligenz, die auf der Ebene des abstrakten Denkens angesiedelt ist. Das Farbenspiel der Aura zeigt die typischen Farben eines Bienenkörpers, hinsichtlich Intensität und Zartheit von Licht und Farbe jedoch in der vergeistigten Form der höher mentalen Welt.

Diesem mächtigen Deva dient eine Hierarchie von Bienen-Devas auf jeder der Ebenen darunter (2), während auf ätherischer Ebene die kleinen Bauleute aus dem Naturgeisterreich für den Bau der physischen Bienenkörper zuständig sind. Sämtliche Auren dieser Devas zeigen die goldbraunen Töne samt dunklerer Streifen, die charakteristisch für die physischen Bienenkörper sind. Deren typische Schwingung ist – okkult gesehen – als Klang wahrnehmbar, der in gewisser Weise dem Summen der Bienen ähnlich ist.

Verbunden mit jenen Bienenstöcken, bei denen diese Studien gemacht wurden, ist ein Deva, was wahrscheinlich bei allen Bienenstöcken der Fall ist. Solche Devas ähneln hinsichtlich Temperament und Erscheinung sehr stark den gewöhnlichen Devas in der Natur, jedoch dominieren bei ihnen auch wiederum die gelben, goldenen und braunen Farbnuancen in ihren Auren. Diese Wesenheiten scheinen die Bienenevolution als von allergrößter Bedeutung zu betrachten. Ihre Aufgaben bei der Lenkung, dem Beschützen und einer Beschleunigung hinsichtlich Erweiterung und Wachstum des Bienenbewusstseins nehmen sie sehr ernst, wenn sie auch mit allergrößter Freude bei der Arbeit sind. Mit ihren Vorgesetzten stehen sie in ständigem Kontakt und durch diese wiederum mit dem planetarischen Bienen-Deva oder obersten „Dienstherrn“. Teil ihrer Arbeit scheint die Bewahrung der Einheit des Bienenbewusstseins auf diesem Planeten zu sein. Mit der Bienenevolution auf unserem Planeten scheint eine Gefahr verbunden zu sein – zumindest scheinen Schwierigkeiten hinsichtlich des Fortbestehens ihrer gemeinschaftlichen und individuellen Existenz vorhanden zu sein. Das mag in der Tatsache begründet sein, dass Bienen nicht indigen sind, sondern in der Frühgeschichte unseres Planeten (3) von der Venus importiert wurden.

Wesentlich scheint zu sein, dass Bienen vom Menschen domestiziert und physisch erhalten und geschützt werden, da sie ohne solche Fürsorge aussterben würden. Bei der Anwesenheit der Bienen auf unserem Planeten scheint es sich um ein Experiment zu handeln, für dessen Erfolg sehr sorgfältige Vorkehrungen getroffen werden mussten, die größtenteils den Devas obliegen und Teil ihrer bereits geschilderten Arbeit sind.

Die Bienenkönigin eines Bienenstocks zeigt sich astral betrachtet als ein goldenes in glühendem Licht und Farbe leuchtendes Zentrum, woraus sich die Aura des Bienenstocks ergibt. Die Königin ist sozusagen der Kern der Gruppenseele eines Bienenvolks und stellt das Zentrum sowohl eines überphysischen als auch physischen Lebens dar. Fortwährend fließen Energien durch sie in die Gruppenseele des Bienenvolkes hinein. Bei diesen Energien handelt es sich um Lebenskraft, erweitertes Bienenbewusstsein und gewisse elektromagnetische Kräfte, für die die Bienenkönigin als Zentrum oder Fokus im Bienenstock fungiert. Das Bewusstsein sämtlicher Bienen ist mit dem der Königin gekoppelt, und in der Königin vereinen sich viele einzelne Bewusstseine zu einem einzigen.

Energien von höheren Ebenen steigen bis zur Bienenkönigin hinab, durchströmen sie, strahlen von ihr aus, und bilden die gesamte Aura eines Bienenvolkes. Diese Ausstrahlung hat einen Radius von ca. 61 cm (2 feet) in alle Richtungen rund um den Bienenstock.  Vom Zentrum aus ergießen sich diese Energien als winzige Kräuselwellen, deren unaufhörliche Bewegung einen überphysischen Klang erzeugt, der dem Summen der Bienen nicht unähnlich ist. Die Form der Aura eines Bienenstocks plus Gemeinschaft der Bienen ähnelt jener eines altmodischen Bienenkorbs aus Stroh, d.h. oben spitz und unten flach.

Für die überphysische Schau ist jede einzelne Biene immer als winziger Lichtfleck oder als Lichtpunkt sichtbar, wobei das Licht der Königin eine größere Ausstrahlungskraft besitzt und heller leuchtet als das der anderen Bienen.

Die Kontrolle der Bienenkönigin über die ihr untergebenen Arbeitsbienen scheint, wenn sie auch völlig instinktiv erfolgt, vom Wesen her absoluter Natur zu sein, weil die Einflussnahme von innen her erfolgt. Jede einzelne Biene hat Anteil an der die Königin durchströmende Energie und ist damit in gewisser Weise Ausdruck von Leben und Bewusstsein der Königin. Die Königin kann man als Ego des Bienenstocks betrachten, die permanenten Atome scheinen in der Königin verankert zu sein, und die erwähnten Energien strömen entlang den „Lebensfäden“, die alle Bienen miteinander verbinden. Jede einzelne Biene scheint hinsichtlich des Erhalts ihres Lebens und ihrer Intelligenz auf die Königin angewiesen zu sein. Jede einzelne Biene besitzt eine individuelle Aura und erlebt bestimmte Sinneseindrücke. Mentalität und Gefühlsregungen jedoch scheinen eher gemeinschaftlicher als individueller Natur zu sein.

Verlässt eine Biene den Bienenstock, so entsteht zwischen der Bienenkönigin und ihr ein Lichtband, egal, welches Ziel die ausfliegende Biene ansteuert. Dieses Lichtband besteht aus den drei unterschiedlichen bereits erwähnten Energien, d.h. Lebenskraft, Bienenbewusstsein und gewissen elektromagnetischen Energien. Die Lebenskraft bildet den Kern des Lichtbandes, die elektrischen Energien die Umhüllung. Dieses dreifache Lichtband verbindet die einzelne Biene mit ihrem Heimatbienenstock, seiner Königin und seinem kollektiven Bewusstsein. Ganz offensichtlich spielt diese Verbindung eine Rolle dabei, dass die zwecks Nahrungssuche ausgeflogene Biene zu ihrem Heimatbienenstock zurückfindet. Aber wie es ausschaut, ist es bei Bienen so ähnlich wie bei uns Menschen: nicht immer folgt die einzelne Biene ihrer inneren Führung, denn es passiert, dass Beinen verlorengehen. Beim Umsetzen von Bienenstöcken kann es vorkommen, dass die Honigsammler nicht zum neuen, sondern zum alten Platz zurückkehren.

Der Bienen-Deva scheint hauptsächlich für jene seiner ihm Anvertrauten zu arbeiten, die sich im Larvenstadium befinden. Über diese übt er in diesem Stadium eine sehr deutliche und präzise Schutz- und Lenkungsfunktion aus – fast so, als wäre die Bienenevolution auf diesem Planeten nicht in der Lage, ohne solche Hilfe sämtliche Wachstumsstadien nach dem Schlüpfen zu durchlaufen. Der Deva lenkt auch die Auswahl und Entwicklung der Bienenkönigin und stellt die notwendigen Verbindungen zwischen den permanenten Atomen (4), der Bienen-Überseele und dem ausgewählten Körper her, wodurch es zu den bereits geschilderten Bedingungen kommt.

Das Bewusstsein der Bienen beruht auf Instinkt und ist angeboren. Die vielen Hinweise hinsichtlich einer geordneten Lebensgemeinschaft der Bienen resultieren aber eher aus einer hohen Entwicklung dieses Instinktes als aus der vorhandenen Bienenintelligenz. Hier ist wiederum die Arbeit des Devas von außerordentlicher Wichtigkeit, sowohl hinsichtlich Entwicklung und Trainings des Instinkts der verschiedenen Vertreter in der Bienengemeinschaft als auch dabei, unter den Bienen Impulse in Richtung eines gewissen Verhaltensverlaufs anzuregen. Vereinfacht gesagt stellt die Königin das Lebenszentrum der Bienengemeinschaft dar, während es sich bei dem Deva um die leitende Intelligenz handelt. Der Deva vereinigt seine Seele/Geist mit dem kollektiven Bewusstsein des Bienenstocks und ist damit bis zu einem gewissen Grade in jenem Gruppenbewusstsein gefangen. Diese Beschränkung nimmt er auf sich, damit er den Dienst auf die gewünschte Weise leisten kann. Trotzdem besitzt er ein gewisses Maß an Bewusstseinsfreiheit auch außerhalb des Bienenstocks, wenn er auch auf mentaler und emotionaler Ebene fortwährend darauf konzentriert zu sein scheint – so als würde sein totaler Rückzug Kontrollverlust und daraus folgende Unordnung in der Bienengemeinschaft bedeuten.

Mit der Arbeit dieses Devas und seiner sich daraus ergebenden Beschränkung scheint jedoch keinerlei Leidensdruck verbunden zu sein, im Gegenteil: er legt ein fesselndes Interesse und absoluten Enthusiasmus bei seiner Arbeit an den Tag.

Die hexagonale Zelle ist ein geometrischer Ausdruck sowohl der Schwingung oder Frequenz des Bienenbewusstseins als auch ihres Tons. Die Interaktion der fließenden bereits beschriebenen Energien erzeugt ätherische Hexagone. Instinktiv bauen Bienen ihre Waben entlang dieser Kraftlinien.

Die Bienen-Gruppenseele (5) scheint auf höherer Ebene angesiedelt zu sein als jede andere indigene Gruppenseele auf diesem Planeten, auch was die Gruppenseelen von Tieren anbelangt. Das sich entwickelnde Bewusstsein selbst scheint höher mentaler Natur zu sein, während die Hülle der Gruppenseele auf mentaler Ebene angesiedelt ist. Dabei stellt die emotionale Seele hauptsächlich eine Verbindung oder Brücke zwischen dem Bewusstsein und der physischen Biene dar.  Die Tatsache eines mentalen Fokus des Bienenbewusstseins erklärt die hohe Entwicklung eines Bienenvolkes.

Auf ätherischer und physischer Ebene stellt jedes Bienenvolk ein einheitliches Bewusstsein, eine vollständige Gemeinschaft dar, wobei die Bienenkönigin als Mutter, Regentin und physischer Fokus für dieses Bewusstsein sämtlicher Mitglieder eines Bienenvolkes fungiert. Die einzelne Biene ist hinsichtlich ihres direkten Kontaktes mit dem Bienenbewusstsein zum großen Teil auf die Königin angewiesen, so dass die ständige Anwesenheit einer Königin im Bienenstock sogar für die physische Existenz eines Bienenvolkes unerlässlich ist. So gesehen stellt die Königin das Ego des Bienenvolkes dar.

Die Charakteristika des Bienenbewusstseins scheinen in einem Impuls oder starken Antrieb hinsichtlich ständiger Aktivität und Bewegung zu bestehen sowie einem hoch entwickelten Instinkt hinsichtlich des Wohlergehens des ganzen Bienenvolkes.  Das Empfinden von Einheit und Gemeinschaft unter den Bienen ist für den Betrachter beeindruckend, weil es ausgeprägter ist als beim heutigen Durchschnittsbürger.

Beim Studieren eines Bienenvolkes nimmt man große Geschäftigkeit und Bewegung wahr, jedoch ohne dabei ein Glücksgefühl auszumachen, von dem man mental im Zusammenhang mit Bienen ausgegangen war. Stattdessen herrschen ein ständiger fast fieberhafter Aktionsdrang und jene spezifische Bewusstseinsschwingung, wie sie für den Ersten Strahl typisch ist. Die mentale und physische Entwicklung scheinen weitaus höher zu liegen als die emotionale, wobei der Instinkt hinsichtlich Einheit und Zusammenarbeit eine Widerspiegelung des intuitiven Bewusstseins ist, das – so seltsam es auch sein mag – in der bescheidenen und einfachen Biene seinen Ausdruck findet.

Solche Beobachtungen zwingen zu einer veränderten Haltung gegenüber dem Insektenreich, insbesondere was die von der Venus stammenden Mitglieder dieser Populationen anbelangt. Obwohl ganz offensichtlich physisch Tieren und Menschen unterlegen, wird das Bienenbewusstsein von Ebenen aus beeinflusst, die definitiv höher angesiedelt sind als jene im Falle eines Tiers oder sogar jene der meisten Menschen. Aufgrund der Tatsache, dass das Leben auf dem Planeten Venus verglichen mit jenem der Erde höher entwickelt ist, sind die relativ niedrigeren Lebensformen jenes Planeten das Bewusstsein betreffend jenen unseres Planeten gleichwertig, wenn nicht sogar diesen überlegen. Deshalb können wir davon ausgehen, dass die Mineralien, Pflanzen und Insekten der Zukunft weitaus entwickelter sein könnten als der heutige Mensch, der wiederum in späteren Runden, Ketten oder Plänen (6) evtl. wieder in jene Naturreiche eintritt und in deren hoch entwickelten Formen bessere Ausdrucks- und Wachstumsmöglichkeiten finden könnte als sie die gegenwärtige menschliche Gestalt bietet.

Bei den Bienen handelt es sich um sich entwickelndes Bewusstsein – genau wie es bei Pflanzen und Bäumen um sich entwickelnde Emotionalität (Astralkörper) geht. Die Bienenkönigin stellt den höheren abstrakten Geist dar, die Arbeitsbienen den niedrigeren konkreten Verstand, die Drohne das kreative Prinzip.

Der kreative Antrieb wird eher als Instinkt als ein  Verlangen erlebt, ist jedoch auf ein Minimum reduziert, so als wäre er vor langer Zeit sublimiert worden.

Der Deva begrüßt sämtliche menschlichen Versuche der Zusammenarbeit mit seinem Reich und hofft, dass das Vorboten einer künftigen Zusammenarbeit des Deva- und Menschenreiches sowohl  in Bezug auf Bienen als auch auf andere Populationen darstellen möge. Die Bienen reagieren auf solche menschlichen Versuche, das eigene mit deren Bewusstsein zu vereinigen - genauso wie Pflanzen auf Bewunderung und Zuneigung reagieren.

Eine eindeutige Gefahr besteht hinsichtlich einer Überentwicklung der Bienenzucht: deren Organisation ist wunderbar anpassungsfähig, werden die Bienen jedoch zu sehr ausgenutzt oder instrumentalisiert und die Bienenstöcke zu komplex und künstlich gestaltet, so wird Schaden angerichtet. Der Mensch muss das sich in Bienen entwickelnde Leben erkennen und wertschätzen und Bienen nicht nur als bloße mechanische Honigproduzenten zu Gunsten der menschlichen Rasse betrachten.

 

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Anmerkung: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse von vier zu verschiedenen Zeiten und unter unterschiedlichen Bedingungen unternommenen hellsichtigen Studien niedergelegt, die dem Autor sämtlich Einblicke in das Reich der Devas boten. Die Schilderungen basieren auf Notizen zur Zeit der Studien und werden hier veröffentlicht, weil sie zu Thema und Zweck dieses Buches gehören.


(1)       Der Strom des göttlichen Lebens, der die spirituellen Samen oder Monaden zwecks Manifestation hervorbringt, woraus sich sämtliche lebendigen Dinge entwickeln. Siehe: „Eine Studie über das Bewusstsein“ von A. Besant

(2)       d.h. Verstand und Gefühl (mental und astral)

(3)      Siehe: „Der Mensch, woher, wie und wohin?“ von A. Besant und C.W. Leadbeater

(4)       Sechs Atome, eines davon auf jeder Bewusstseinsebene, verbunden mit dem

(5)       Samen oder der Monade zwecks Verbindung mit den materiellen Ebenen des Universums, in die der „Samen gesät“ wird und sich entwickelt. Permanent sind diese Atome insofern, als sie beim Tode nicht von der Monade oder dem Ego getrennt werden, wie es bei allen anderen Atomen, aus denen der Körper gebaut wurde, der Fall ist. Siehe: „Eine Studie über das Bewusstsein“ von A. Besant.

(6)       Die Bewusstseine sämtlicher Gruppen von untermenschlichen Lebensformen bilden ein Kollektivbewustsein genannt „Gruppenseele“. Ein Bienenvolk stellt eine solche Gruppenseele dar als Teil eines übergeordneten Gesamtbewusstseins       Siehe: „Uralte Weisheit“ und „Eine Studie über das Bewusstsein“ von A. Besant

 

*The Kingdom of the Bees/

Kapitel V aus dem Buch The World of Angels von Geoffrey Hodson

 

 

Fotos mit frdl. Genehmigung von Felix Mrowka

Hodson Bienen.pdf

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