12. Geist und Materie

 

     Mit dem Stiel ihrer Schaufel zog Kiwi eine Furche in die Erde, die sie zuvor auf dem kleinen Beet hinterm Haus gelockert hatte.

     „Meine kleine Freundin hat beschlossen, zur Gärtnerin zu werden!“, begrüßte Pluster sie.

     „Ja, das stimmt und das hier“, sie hielt ein Samentütchen hoch, „habe ich von meinem Taschengeld gekauft.“

     „Was willst du denn aussäen?“, fragte Pluster interessiert.

     „Radieschen.“ antwortete Kiwi. „Die mag ich besonders gern! Es sind schöne rote Kugeln und sie haben eine lustige lange Wurzel und viele grüne Blätter. Im Salat oder mit etwas Salz schmecken sie sehr lecker."

     „Ist es nicht ein Wunder, dass aus einem so winzigen Samenkorn ein Radieschen wird?“

     Kiwi nickte.

     „Hältst du es für möglich, dass aus einigen deiner Samenkörner etwas anderes als Radieschen werden könnte?“, fragte Pluster.

     Kiwi überlegte und schüttelte den Kopf. „Nur dann, wenn beim Einfüllen der Samen in die Tüte geschummelt wurde.“

     „Richtig! Du erntest immer nur genau das, was du ausgesät hast. Und das bezieht sich grundsätzlich auf alle Lebensbereiche einschließlich deines Denkens, Fühlens und Handelns“, bestätigte Pluster. „Und was denkst du, Kiwi“, fuhr die Wolke fort, „wie ist es möglich, dass aus einer so winzigen Menge an Materie, wie ein Samenkorn sie besitzt, eine große, kräftige Pflanze werden kann?“

     Kiwi überlegte. „Das macht nicht die Materie", sagte sie schließlich.

     „Sondern?“

     „Die Information, die darin gefangen ist.“

     „Alle Materie ist ein Prozess“, bestätigte Pluster, "Materie ist nichts anderes als kristallisierter Geist.“

 

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