5. Spiegelung    

     Kiwi hockte auf der kleinen hölzernen Bank beim Gartenteich und schaute hinauf zu ihrer Freundin Pluster.

     „Wie witzig, Pluster“, lachte sie, „wüsste ich nicht, dass das bloß deine Spiegelung im Teich ist, würde ich vielleicht glauben, du seiest aus Versehen hineingefallen! Dann müsstest du jetzt aber erst einmal regnen, weil du so schrecklich nass geworden wärest!“, setzte sie kichernd hinzu.

     „Eine exakte Spiegelung zeigt sich nur bei völlig ruhiger Wasseroberfläche“, dozierte Pluster. „Ist sie bewegt, dann ist alles, was sich dort spiegelt……“

     „…verzerrt!“ fiel Merle Kiwi ins Wort und ließ die Beine fröhlich baumeln. „Das weiß ich doch aber längst!“.

     „Du weißt das? Seit wann?“

     „Schon lange! Wenn ich wütend bin, bin ich innerlich auch nicht glatt. Mein Bruder Mats  kann dann sagen, was er will; ich denke bloß, dass er mich schon wieder ärgert. Nur weil ich nicht glatt bin, kommt das, was er sagt, verzerrt bei mir an.“

      „Und was machst du, wenn du das bemerkst?“

     Kiwi grinste.  „Tut mir leid!“ sage ich.

 

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